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Hardangerfjord Oktober 2007
Geschrieben von rabi   
Dienstag, 8. Januar 2008
Am Freitag Abend, 18.30 Uhr, war es endlich soweit. Die Ladentüre abgeschlossen, von den Kollegen verabschiedet, das letzte Gepäck geschnappt und raus…

Hardangerfjord Oktober 2007
Autor: Rainer Brinkmann

Am Freitag Abend, 18.30 Uhr, war es endlich soweit. Die Ladentüre abgeschlossen, von den Kollegen verabschiedet, das letzte Gepäck geschnappt und raus…
Da stand auch schon Matze, mit dem am Vortag fertig gepackten Auto. Also los, zu Petra und Walter, die unsere Urlaubscrew komplettierten. Nachdem auch die letzten Sachen im Wagen verstaut waren, ging’s noch zum Asiaten, zum Abendessen. Bestens gestärkt fuhren wir um 21.00 Uhr in Staufen los. 13,5 Stunden und knapp 1.300 km später erreichten wir viel zu früh den Fährhafen von Hirtshals, an der Nordküste Dänemarks.

 



 

Nun hieß es Zeit tot schlagen, bis wir um 14.00 Uhr in das Fährterminal der Colorline einfahren konnten. Dort ging das Warten dann aber weiter, bis sich um 17.30 Uhr die Warteschlange endlich in Bewegung setzte. 

Man spürte förmlich die Erleichterung in allen Autos, dass es endlich los ging…doch unser Wagen sprang nicht an. Hätte ich vielleicht während des Wartens das Licht und den CD-Player ausschalten sollen? Schöne Sch…!!! Also raus mit den anderen beiden Jungs und schieben, was auch gleich den erwünschten Erfolg brachte. Dann das Auto im unteren Deck abgestellt, den Rucksack in die Kabine geschmissen und das Schiff erkundet. Mit 30 Minuten Verspätung legte es bald darauf auch schon ab, was bedeutete, dass wir uns endlich ein Bier holen konnten. So lang das Schiff im Hafen liegt, dürfen die keinen Alkohol ausschenken!? Die haben vielleicht komische Sitten. Ich hatte ja nicht geahnt, dass es noch schlimmer kommen würde.

 



 

Zunächst amüsierte ich mich allerdings über den netten, leichten Seegang, den ein „leichtes Lüftchen“ aus West verursachte. Matze fand das allerdings nicht so witzig. Er war zum ersten Mal auf einem Schiff und starrte auf meinen Rat hin gebannt den Horizont an. Aber auch das half nicht, so dass kam, was kommen musste…er bekam Lebensmittelhusten.

Nach einer ruhigen Nacht in der Kabine, gab es am nächsten Morgen dann erstmal lecker Frühstücksbuffet. Für knapp 11 Euro inkl. aller Getränke und einem Panoramablick auf die norwegische Küste, ist das wohl echt OK! Den Rest der Fahrt verbrachten wir dann auf dem Aussichtsdeck, wo ich ein paar Norweger kennen lernte, die mir in ihrem Suff unbedingt ein paar norwegische Fußball-Schlachtgesänge beibringen wollten. War echt ein tolles Erlebnis!

Gegen 13.00 Uhr verließen wir dann die Fähre und machten uns auf den Weg nach Gjermundshamn, wo wir unser kleines Häuschen gebucht hatten. Nach 2 Stunden und einer weiteren kleinen Fährfahrt waren wir dann endlich am Ziel! Wir waren zu dem Zeitpunkt 40 Stunden unterwegs, aber es gab trotzdem nichts auf der Welt, was mich jetzt noch davon abgehalten hätte, ins Boot zu steigen und noch ne Runde Angeln zu gehen. OK, das Gepäck haben wir zunächst noch rein gebracht und das Nötigste verstaut. Und während Petra und Walter die Küche einrichteten (die beiden haben nix mit Angeln aber viel mit Kochen zu tun) und Matze die restlichen Sachen aus dem Auto rein schaffte, konnte ich die Angelausrüstung klar machen.

 



 

Es war etwa 17.00 Uhr, als ich mit Matze ins Boot stieg und raus auf den Hardanger fuhr. Da es schon recht spät war und wir bald essen wollten, beschlossen wir, in der Nähe des Hauses einfach nur ein bisschen die Pilker zu baden. Köder hatten wir ja noch keine. Also kleine schwarz/rote Twister als Beifänger und Pilker montiert und los. Ich hab mir zwar nicht viel davon versprochen, aber das war mir egal. Ich musste es einfach tun.

Matze hielt zum ersten Mal in seinem Leben eine Angel in der Hand. Interessiert hat er sich schon länger dafür. Aber aus beruflichen Gründen hat das nie so richtig funktioniert. Nun war er also mit mir in dem Boot auf dem Hardangerfjord und ich sollte ihm die Kunst des Angelns näher bringen. Seine „leichte Übelkeit“ vom Vorabend war zum Glück schon lange vergessen. So saßen wir gemeinsam in dem kleinen Boot, ließen die Pilker über den Grund tocken und sahen uns die grandiose Landschaft an, die allmählich in der Dämmerung verschwand. Das Einsetzen der Dunkelheit bewegte mich also dazu, aufzugeben. Den ersten kurzen Angeltrip des Urlaubs erfolglos zu beenden. Na denn hieß es wohl oder übel Montagen rein holen und Motor starten. Ich begann also die Montage einzuholen. Und da geschah es. Unerwartet, wie die Schwangerschaft einer Jungfrau, knallte mir etwas in die Rute, was ich sofort mit einem heftigen Anschlag quittierte. Als sich meine Rute daraufhin zum Halbkreis bog und die Schnur nur so von der Rolle lief, als ob ein Mafia-Opfer mit Betonfüßen dran hing, fing mein Puls an zu raßen und ich begann in eine freudige Hektik zu verfallen. „Matze hol die Kamera raus! Hol endlich die Kamera raus! MATZE!!!“ Der arme Kerl war noch nervöser als ich und brauchte dementsprechend ewig, bis er endlich die Videokamera hoch hielt und anfing zu filmen. Gerade noch rechtzeitig, zum festzuhalten, wie ein 75er Köhler an der Wasseroberfläche erschien. Jetzt drängte sich die nächste Frage auf: Wo hab ich den Kescher? Ah, ja! Der steht in Staufen im Keller. Na dann halt von Hand, was zum Glück auf Anhieb funktionierte. Meine Freude war rießengroß und ich ließ es ganz Fjordnorwegen durch einen gewaltigen Freudenschrei wissen. Jetzt war auch klar, was es zum Abendessen gab. Bei dem Stichwort fiel uns unser Hunger ein, der uns zur Heimfahrt überredete. Der Anfang war gemacht, das Angelfieber hatte seinen Zenit erreicht und wartete darauf jetzt richtig ausgelebt zu werden. Doch das musste etwas warten.


Am Montag schliefen wir erstmal ausgiebig aus. Nach dem reichhaltigen Frühstück fuhren wir wieder die zwei Stunden nach Bergen und schauten uns diese nette, alte Stadt an. Später stand noch Einkaufen auf dem Programm, damit wir genügend Futter für die Woche hatten.

Als wir abends wieder in unserem Feriendomizil waren, kam auch gleich Bjarne, unser Vermieter und brachte uns Brennholz, tiefgekühlte Makrelen und zwei Montagen, wie sie von den Norwegern verwendet werden. Sie bestanden aus einer Styroporplatte, die mit einer stabilen, leuchtfarbenen Folie eingewickelt war. Um die Platte waren ca. 100m dicke geflochtene Schnur, an deren Ende eine starke Mono angeknotet war. Am Ende hing ein Betongewicht von ca. 1 kg. An der Mono waren fünf Haken, die wir mit Makrelenfetzen bestücken und dann das ganze auf den Grund ablassen sollten. Einige Zeit später sollten wir das alles wieder einholen und den (hoffentlich) dran hängenden Fisch einfach hoch ziehen. Das entsprach zwar nicht dem, was ich mir unter Angeln in Norwegen vorgestellt habe, aber ausprobieren wollte ich es trotzdem. Somit sind wir also am Dienstag früh bestens gerüstet wieder in See gestochen. Unser Boot, das ganze 40 Schritte von der Haustüre am eigenen Bootsanleger lag, war mit einem 10 PS Motor ausgerüstet, der in der Hausmiete inkl. war! Da wir jedoch leider nicht über ein Echolot verfügten, richteten wir uns nach einer Seekarte, was relativ gut funktionierte. Zunächst brachten wir die Montagen aus und fuhren dann weiter an die Stelle, die wir uns bereits zuhause ausgesucht hatten. Als Montagen verwendeten wir die gleichen, wie am Sonntag. Allerdings hängten wir an die Pilker Makrelenfetzen und klopften mit diesen den Grund nach Leng ab. Die Methode erwies sich als äußerst fängig. An diesem Vormittag fingen wir 6 Leng bis 75 cm, 4 Rotbarsche bis ca. 30 cm und einen Schellfisch mit 2 kg. Auf dem Heimweg holten wir Bjarne’s Montagen ein. An der ersten hing dann auch tatsächlich ein Leng. Die zweite blieb leer. Da wir Angeln wollten und nicht einfach nur unsere Tiefkühltruhe füllen, legten wir die Montagen daheim in die Ecke und beließen sie dort. Abends kam wieder Bjarne zu uns und unterhielt sich mit uns über unsere Angelerfolge. Er lud uns für den nächsten Tag ein, mit ihm zum Fischen raus zu fahren, was wir natürlich gerne annahmen. Er ist Nebenerwerbsfischer und hat ein kleines Boot mit Kajüte und Stauraum.


Mittwoch Morgen, 7.30 Uhr. Unser kleines Boot fährt zielstrebig auf den kleinen Leuchtturm zu, an dem wir uns um 8.00 Uhr treffen wollten. Wir waren wieder mal zu früh. Bis also Bjarne kam, vertrieben wir uns die Zeit (ihr ahnt es schon) mit Angeln. Als unser Guide gegen 8.20 Uhr bei uns eintraf, hatten wir allerdings noch keinen einzigen Fisch zu Gesicht bekommen. Er nahm unser kleines Boot in Schlepp und wir stiegen zu ihm, in seinen kleinen Kutter. Unterwegs zu unserem Angelplatz unterhielten wir uns über die beste Möglichkeit, Köhler an den Haken zu bekommen, was unser heutiges Ziel war. „You have to use white makks!“ Aha, alles klar! Hab ich aber keine. Doch auch das war kein Problem. Nach kurzem krusteln in seiner Kiste hob er uns zwei vor die Nase und grinste uns breit an. Wenige Minuten nach dem wir vom Leuchtturm los gefahren sind, stieg er mit uns in das kleine Boot und fuhr in Richtung Ufer. Dort hatte er ein Netz ausliegen und holte frische Makrelen, damit wir für das spätere Leng-Angeln Köder hatten. Danach ging es dann auf direktem Weg in die Bucht von Ölva. Hier tummelten sich bereits mehrere Boote und Bjarne meinte mit einem Schmunzeln: „That are all Germans!“ Diese Aussage machte mich neugierig. Woher weiß der das? Kennt er die alle? Nein! Er erklärte mir, dass man die Deutschen daran erkennt, dass sie ihre Montagen auswerfen und nicht einfach senkrecht ablassen, wie die Norweger. Daß das Ganze aber erfolgreich ist, betonte er im gleichen Atemzug.


Ich war zum ersten Mal in Norge zum Angeln, aber ich bin bei einer Wassertiefe von 60-100 m nicht auf die Idee gekommen, die Montage auszuwerfen, sondern ließ sie senkrecht ab. Sollte ich das vielleicht auch mal versuchen?


In der Bucht angekommen, stiegen Matze und ich wieder in unser Boot und angelten ein paar Meter neben dem Kutter. Bjarne zog einen Fisch nach dem anderen an Land und wir…wir dümpelten vor uns hin. Einfach runter lassen und wieder rauf ziehen hat er gesagt. Und er tat auch nix anderes. Der Köder war der Gleiche. Ich glaub die Fische hatten einfach auch ihren Stolz. Im Laufe des Vormittags konnten wir dann doch noch einen 60er Köhler und ein paar Makrelen überreden, zu uns ins Boot zu steigen. Mittags wechselten wir den Platz und probierten mit Makrelenfetzen am Pilker unser Glück. Kaum kamen diese am Grund an, schon hatte ich einen Biss, während Matze zu fluchen anfing. Scheiße, Hänger! In der Zeit, in der ich meinen Leng an die Oberfläche und ins Boot beförderte, probierte Matze alle Möglichkeiten durch, die ich ihm am Sonntag gezeigt hatte, um den Hänger zu lösen. Bjarne unterstützte ihn, in dem er mit dem Boot um die Stelle kreiste. Ich sah keinen anderen Weg, als meinem Freund die Rute aus der Hand zu nehmen und selber mein Glück zu probieren. Aber da war kein Hänger! Die Montage ließ sich nur etwas langsamer und schwerer hoch pumpen als sonst. Also hab ich ihm die Rute wieder gereicht und auf einen großen Fisch gehofft. Zum Vorschein kam dann jedoch nur ein durchschnittlicher Leng. Im weiteren Verlauf gab es noch einen Knurrhahn, dann brachen wir ab, da der Wind auffrischte.

Auf dem Weg zurück zur Heimat holten wir noch drei Netze und einen Krabbenkorb von Bjarne ein, die er am Vortag ausgelegt hatte. Hier kamen Dorsch, Köhler, Makrelen, Pollak und noch eine weitere, barschartige Fischart, die ich nicht kannte (und die auch zurück ins Wasser kam, da sie zu viele Gräten hat), ins Boot. Beim Einholen des letzten Netzes hatte sich dann noch eine Leine in der Schraube verwickelt, so dass eine kleine Reperatur zu Wasser nötig wurde. Anschließend ließ mich unser Vermieter seinen Kutter nach Hause steuern. Unterwegs fragte er, ob es OK sei, wenn er sich einen Fisch pro Art nimmt und wir den Rest bekommen. Ich starrte ihn etwas überrascht an, doch er meinte, dass das der Lohn für unsere Hilfe sei. Aha! Lohn, Hilfe…?


Nun gut. Wir wollten nicht unhöflich sein und nahmen das Geschenk an. Zum Abend hin hatten wir ihn mit seiner Frau Wenke zum Essen eingeladen. Bis die beiden bei uns eintrafen, waren wir mit Filetieren und Versorgen beschäftigt. Unsere Küchencrew bereitete in der Zeit den Dorsch zum Abendessen vor.

Beim Filetieren fielen mir zwei Fische auf (ein Dorsch und ein Pollak), die unter der Haut und im Fleisch schwarze Punkte hatten. Ich hab keine Ahnung was das ist (vielleicht kann mir das jemand von euch sagen). Sicherheitshalber haben die Möwen die Fische bekommen. Es war auch so noch genug für uns da.



Nach einem gemütlichen Abend, mit unseren Gastgebern, und einem herrlichen Essen, vielen wir alle übermüdet ins Bett. Dieser Angeltag war ein großes Erlebnis für uns! Wir haben zwar nicht die großen Angelerfolge gehabt, wie wir sie uns versprochen haben, aber für uns Landeier aus dem Schwarzwald war der Tag mit dem Fischer auf seinem Kutter einzigartig!

Donnerstag haben wir dann noch mal angelfrei gemacht und sind wieder nach Bergen gefahren. Während Petra und Walter das Kunstmuseum und den Floyen besuchten, waren Matze und ich im Aquarium. Für 100 NOK Eintritt pro Nase war ich aber etwas enttäuscht. Da hab ich mir etwas mehr versprochen. Zumal an diesem Tag ein Teil gesperrt war und ein großer Auflauf mit Kamerateams und sonstigen Leuten statt fand.


OK. Nächstes Mal gehen wir da nimmer hin.

 



 

Am späten Freitag Morgen zogen wir erneut los, um unser Glück zu probieren. Wir fuhren Richtung Leuchtturm und ließen die Makrelenfetzen wieder über den Grund hüpfen. Während ich an diesem Vormittag eine Flunder, zwei Rotbarsche und vier Knurrhähne erwischte, saß Matze neben mir und konnte keinen der wenigen Bisse verwerten. Als ich ihn so Mitleidsvoll ansah, wie er halb in dem Boot lag und schon etwas lustlos die Angelrute in der Hand hielt, geschah es endlich! Matze bekam einen heftigen Biss. Da er wohl schon nicht mehr damit gerechnet hat, viel er beim Anhieb fast vom Boot. Nach kurzem Drill hielt er überglücklich einen 3 kg Schellfisch in den Händen. Ab diesem Moment war er wohl hoffnungslos an das Angelfieber verloren. Die Tage zuvor bereiteten ihm schon ein rießen Vergnügen, doch ab diesem Fisch war er erst richtig heiß! Er wollte nicht mehr aufhören zu Angeln, er legte sich Theorien zurecht, wie er wohl trotz seiner Arbeit den Fischereischein machen kann und er wollte ab jetzt alles wissen, was nur ging.

 



 

Am Samstag war unser letzter Angeltag. Heute sollte es noch mal so richtig krachen! Also um 7.00 Uhr ins Boot und ab zu der Bucht, in der wir drei Tage zuvor mit Bjarne waren. Doch die Köhler ließen uns wieder im Stich. Dafür gab es mit einem Leng, sechs Wittling, vier Knurrhähnen und 18 Makrelen eine gut gefüllte Fischkiste. Dazu haben wir noch ein seltenes Naturschauspiel erleben dürfen. Rechts und links von unserem Boot buckelten zahlreiche Wale. Ich hab zwar keine Ahnung, was das für welche waren, aber es war auf jeden Fall atemberaubend!


Bis heute hatten wir jeden Tag blauen Himmel und Sonnenschein. Doch gegen Mittag war der ganze Himmel bedeckt und am Horizont zog eine dicke, schwarze Front auf. Dazu frischte der Wind auf, was uns dann auch zum Aufgeben bewegte.


Zurück am Haus galt es ein letztes Mal den Fisch zu versorgen. Wie dieser in unserer Styroporkiste lag, stellte sich die Frage, wie wir den 4 kg Lachs noch rein bekommen sollten, den uns Bjarne im tiefgekühlten Zustand brachte. Selbst über die Diagonale der Kiste war er zu lang. Zum Essen war es etwas zuviel, für uns vier Personen. Auftaufen, anpassen und wieder einfrieren kam auch nicht in Frage. Also blieb nur noch die kleine Säge an der Oberseite meines Filetiermessers. Kurz hinter der Fettflosse den Schnitt angesetzt, ein bissl gesägt und geklopft und der Schwanz war ab. Und nun hat er auch rein gepasst! Abends haben wir dann noch Makrelen gegrillt. Just in dem Moment, als ich den Fisch vom Grill nahm und Richtung Hütte ging, begann es zu Regnen. Super Timing!


Am Sonntag war Tasche packen, Hütte aufräumen und Ähnliches angesagt. Nach getaner Arbeit dürstete es uns jedoch nach einem Bier. Doch die eigenen Vorräte waren leer. Nur gut, dass der Supermarkt um die Ecke noch offen hatte! Also nix wie hin. In gieriger Vorfreude standen wir mit unserem Bier an der Kasse, um uns dann von der (unbestechlichen) Kassiererin sagen zu lassen, dass am Sonntag kein Alkohol verkauft werden darf. Das erinnerte mich spontan an die Begebenheit auf der Fähre, bei der Herfahrt, sowie an die Erzählung der Vermieter, dass man im Supermarkt nur Bier bekommt. Alles was drüber raus geht, bekommt man nur in speziellen Geschäften, von denen das nächste etwa eine Autostunde weg war. Wer macht da drüben eigentlich solche Gesetze?

Nun gut: der Sonntag verstrich ohne Bier.
Montag früh fuhren wir um 8.30 Uhr wieder nach Bergen, zum Fähranleger der Colorline. Auf der Hinfahrt hatte ich mich schon nach den Kühlmöglichkeiten für den Fisch erkundigt und wusste daher, dass ich das Personal auf dem Autodeck fragen musste. Gesagt, getan: der Gefrierschrank ist defekt. Schöne Sch….!!! Na dann halt nicht. Ich hoffte auf die gut verklebte Styroporbox und fügte mich meinem Schicksal. Doch später am Abend, kurz bevor die Fähre Stavanger erreichte, wollte ich einen letzten Versuch unternehmen, den Fisch zu kühlen. Ein nettes, junges, hübsches Mädel an der Rezeption nahm sich meines Problems an und telefonierte eine Weile auf dem Schiff rum. Irgendwann erschien dann ein Techniker, der mit mir (während der Fahrt!) zum Auto ging, um den Fisch zu holen. Doch dummerweise stand das Auto auf der Hebebühne und die Zugbrücke zu dieser war hoch geklappt. Wir holen ihn in Starvanger, sagte mir der freundliche Mann und wir verabredeten uns auf 15 Minuten nach Ankunft. Er war fast so pünktlich wie ich und wir gingen erneut aufs Autodeck. Dort musste er eine gewisse Zeit aufwenden, um einen anderen Techniker (der gleiche wie mittags) dazu zu bewegen, die Zugbrücke runter zu lassen, damit wir ans Auto kamen. Nun konnten wir endlich die Kiste holen, die der nette Mann dann an sich nahm, um sie in der Küche in den Kühlschrank zu stellen. Na immer hin! So unfreundlich der Kerl auf dem Autodeck war, so freundlich und hilfsbereit war er.


Kurz vor der Ankunft in Hirtshals, am Montag morgen, trafen wir ihn wieder und er überreichte uns unseren gut gekühlten Fisch. Ich bedankte mich bei ihm und gab ihm mein restliches norwegisches Münzgeld.
13 Stunden später waren wir wieder daheim und ich öffnete unter größter Anspannung die Kiste. Wird es wohl gehalten haben? Hab das ja noch nie ausprobiert. Und tatsächlich! Der Fisch war noch so tiefgefroren, wie in dem Moment, als ich ihn in Norwegen aus der Tiefkühltruhe genommen habe.

Somit ging ein unvergesslicher Urlaub in Norwegen zu Ende. Wir haben zwar nicht die großen Fische gefangen, aber wir waren äußerst zufrieden mit dem, was wir erlebt und gefangen haben. Wie heißt es so schön: es kommt nicht immer auf die Größe an!

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 5. September 2008 )
 

Comments 

  1. #1 Pit Kaltenbach
    2008-05-1020:11:51 Klasse Bericht & tolle Bilder. Norwegen reizt mich auch schon lange. Gruss Pit

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