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Vor ca. 3 Wochen habe ich mir vorgenommen ich könnte ja mal ein bisschen an meinem Boot rumbasteln und es etwas annehmlicher machen. Heute Abend bin ich zu 99% fertig geworden und möchte euch mal zeigen was ich so alles wie getan habe.
Vorneweg ein paar Eckdaten zum Boot:
Baujahr 1991
Länge 3,90
Breite 1,65
Tiefgang 15cm
Freibord 30cm
Gewicht 130 kg
Zuladung 240 kg (Platz für 3 Personen)
Ein größeres Boot kommt für mich nicht in Frage da ich es zum einen am Rhein und aber auch als Ruderboot auf Seen verwenden möchte.
Nun zu den jeweiligen Veränderungen:
Als erstes hat es mich gestört dass ich bei längeren Boots- bzw. Angeltouren nach 1-2 Stunden immer Kreuzschmerzen bekam. Also habe ich mich nach neuen Bootssitzen umgeschaut. Bei Ebay gab es zwar ein paar Angebote, preislich waren sie aber meiner Meinung nur bedingt interessant. Fündig wurde ich bei Hener-Marine welche mir für einen unschlagbaren Preis von 45 EUR je Stück, drei allpa "Coach" Bootssitze angeboten haben. Zusätzlich zu diesen habe ich noch für 15 EUR je Stück, drei 360Grad Drehteller besorgt. Die Sitze habe ich mit jeweils 4 Maschinenschrauben (rostfrei) und großen Unterlagsscheiben sowie Muttern direkt auf die GFK-Klappen/Lucken in der Mitte und am Heck des Bootes befestigt. Damit durch die Bewegung beim Rudern nicht die Klappe/Lucke auf denen der Sitz befestigt ist, sich bewegen kann, habe ich die Klappe in der Mitte rechts und links mit zwei Klappschahnieren gesichert.
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Als nächstes kam die Elektrik dran. Zuerst habe ich alle alten Kabel und Verbindungen aus dem Boot entfernt und neue Kabel verlegt. Bisher war die Batterie im Heck eingebaut. Aufgrund der besseren Gewichtsverteilung habe ich sie nun im Zuge des Umbau in die Mitte unter den Sitz verfrachtet. Da lt. Aussage in einem Boote-Forum GFK Batteriesäureunempfindlich ist, habe ich sie nur mit einem dicken Handtuch unterlegt und mit einem schnellspannähnlichen Gurt in der Lucke unterhalb dem Sitz befestigt.
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Von der Batterie aus geht eine 50 qmm Batteriekabel direkt ins Heck. Dort stand ich dann vor dem Problem wie ich nun eine so dickes Kabel mit dem E-Motor, dem Echolot und der Beleuchtung verbinden soll. Nachdem ich bei einem Autozubehör-Großhändler war, welcher mich dann weiter zum Lkw-Großhändler schickte, fragte ich diesem um Rat. Ich hatte Glück. Der Lkw-Großhändler konnte mir zwar direkt nicht helfen aber ein anwesender Kunde gab mir den Tip ich sollte doch mal zu einem Elektrogroßhandel gehen und mir mal die 36 Ampere Stark/Drehstrom Stecker anschauen. Gesagt getan bin ich zum Elektrogroßhändler und habe ihm mein Problem geschildert. Wie erwartet war es die Lösung für mich. Ein 36 Ah Stecker besitzt nämlich 5 PINS in ungefähr der gleichen Stärke die auch die Anschlusskabel des Elektro-Motor haben. So bin ich also hingegangen und habe die beiden 50er Kabel großzügig entisoliert und in jeweils 5 gleichgroße Stränge aufgeteilt. Die jeweils 5 Stränge pro Kabel habe ich dann einzeln verzwirbelt und von hinten in einen Stecker gebaut. Die empfohlene Zugentlastung für das Kabel, welche dafür da ist dass man beim Auseinanderziehen der Stecker nicht ausversehen einen der 5 Stränge aus der Befestigung im Stecker reißt, hat durch zudrehen des Deckels auch super funktioniert. Damit man Plus und Minus nicht verwechseln kann habe ich von der Batterie kommend auf Plus den männlichen Stecker und auf minus den weiblichen Stecker gebaut. Da nun mein Elektro-Motor pro Stecker nur 2 Pins belegt hat, hatte ich noch jeweils 3 Pins übrig von welchen ich jeweils zwei pro Stecker für Beleuchtung und Echolot verwendet habe. Die Batterie on Bord ist eine 105 Ah Varta Solarbattiere
(Verbraucherbatterie). Die habe ich mir neu bei einem Autohändler für
110 EUR gekauft. Die dicken Batterie-Kabel die jetzt in das Heck führen
habe ich ebenfalls unter dem Rand, welcher innen im Boot verläuft,
verlegt. Hierfür habe ich einfach 5 Winkeleisen mit zwei Löchern
versehen und mit zwei Komponenten-Kleber am Boot unter dem Rand
geklebt. Dann mit Kabelbinder die Stromkabel daran befestigt. Hält auf
diese Weise bombenfest.
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Mein Echolot ist ein Lowrance X-125 welches ich als portables gekauft hatte. Da es mich gestört hat immer das Echolot auf den Bootsboden zu stellen, musste ich mir was überlegen wie ich es befestigen konnte. Wenn ich dann noch das Echolot über die Batterie im Boot anschließe, habe ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen steht es nicht mehr auf dem Boden zum anderen kann ich über den Bildschirm des Echolot auch den Ladezustand der Batterie überwachen. Da ich auf dem Rhein im Heck an der Außenborder-Pinne sitze, auf einem See aber in der Mitte des Bootes rudern muss, brauchte ich eine Lösung die flexible ist. Nach langem suchen und überlegen kam ich auf die Idee es mit einen TFT/LCD Halter zu versuchen. Die Flexibilität eines solchen Halters, sollte meine Anforderungen den Bildschirm je nach Bedarf und Sonneneinstrahlung zu drehen und zu kippen eigentlich erfüllen. So kaufte ich also bei Pearl für 20 EUR einen solchen Halter. Passt perfekt und der Bildschirm lässt sich sogar innerhalb 30 Sekunden zwecks Diebstahlschutz wieder demontieren. Einfach beide Stecker raus und den Bildschirm aus der Rasterhalterung lösen. Den Echolotgeber habe ich mit einem Metallwinkel an einer schon vorhandenen Metallplatte unten am Heck mit zwei kleinen Maschinenschrauben befestigt.
Da meine Freundin hin und wieder auch mal mit auf dem Boot ist und auf einem See gerne mal vom Boot aus schwimmen gehen möchte habe ich am Heck noch eine Bootsleiter befestigen lassen. Das habe ich nicht selber gemacht sondern von einem Bootsladen erledigen lassen. Kosten 110 EUR. (20 EUR für eine gebrauchte Badeleiter 90 EUR für die Herstellung und Befestigung der Leiterhalterung) Das hätte ich selber so nicht hinbekommen da mir die Maschinen zum Erstellen eines individuellen Halters gefehlt haben.
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Zu guter letzt wollte ich noch einen Hilfsspiegel am Boot haben an welchen der E-Motor befestigt werden sollte.
Grund dafür war zum einen dass mir vor kurzem mal der Motorschub mitten auf dem Rhein in der Hauptstrom gefehlt hat und ich nur mit mühe es schaffte an den Rand zu kommen. Damals wusste ich noch nicht was kaputt war und musste das Boot 500 Meter zu Fuß am Rand den Rhein hochziehen um dann in ruhigem Wasser noch mal 45 min. gegen den Strom zu meiner Slipstelle rudern. Im nachhinein hätte ich mir zwar die Anstrengungen an dem Tag ersparen können, denn es war nur ein gebrochener Scherstift aufgrund meinem Bedienfehler vom Vorwärtsgang mit 1/4 Gas direkt in den Rückwärtsgang zu schalten, trotzdem wäre ein E-Motor hilfreich und von Vorteil gewesen.
Zweitens ärgert es mich immer beim Angeln den 2 Takter anzuwerfen nur um mal schnell 20 Meter weiter zu fahren oder aufgrund dessen das dass Boot abgetrieben ist, mich wieder zur eigentlichen Angelstelle zu bringen.
Da ich im Heck nicht von hinten innen an den Spiegel rankomme um den Hilfsspiegel mit Maschinenschrauben und Muttern zu sichern, musste ich mir eine andere Art der Befestigung überlegen. Den Tipp dafür bekam ich im Boote-Forum. Die Lösung war: Hohlraumdübel mit rostfreien Schrauben zu verwenden. Nach 2 misslungenen Versuchen mit billigen Dübeln habe ich mir 4 Fischer Hohlraumdübel besorgt und konnte so den Spiegel inkl. E-Motor optimal befestigen. Den Hilfsspiegel habe ich übrigens von einem netten Boardi in einem Boote Forum gegen Erstattung der Versandkosten geschenkt bekommen.
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Das Boot wird nun angetrieben von einem Yamaha 2 T Außenborder mit 25 PS und einem Minn Kota 55 EX Elektro-Außenborder.
Was mir jetzt zum krönenden Abschluss meiner Bootsbastelzeit noch fehlte, waren zwei qualitativ hochwertige, fest zu installierende, Schlepprutenhalter im hintern Teil des Bootes. Erst wollte ich diese in den USA bestellen da der Preis hier in Deutschland inkl. Sondierung der Angebote bei Ebay meines Erachtens zu weit weg vom US Preis lagen. Nun habe ich aber doch, nach mehrfachen bemühen von google, einen Internet-Shop in Deutschland gefunden welcher mir die D-11 für den tollen Preis von 35 EUR je Stück inkl. der neuen Verlängerung angeboten hat. Und so sehen diese stabilen, funktionellen und unverwüstbaren Rutenhalter an meinem Boot aus.
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Soviel also zu meiner abendlichen Beschäftigung der letzten 3 Wochen mit Ausnahme der Tage wo ich angeln war.
Bei den Temperaturen hier in Freiburg hat es, trotz das ich in der Garage gewerkelt habe, viel Schweiß gekostet. Genauso hat es mir aber auch, wenn man jetzt sieht wie es geworden ist und dass alles so funktioniert wie ich es mir vorgestellt habe, viel Spaß bereitet.
Ich hoffe ich habe jetzt auch alles geschrieben was ich so gemacht & recherchiert habe und auf was man achten muss.
Falls jemand Detailfragen hat, kann er sich gerne direkt an mich wenden.
Daniel Beckert
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