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Was ist der Unterschied der beiden Jig-Methoden und was lief 2007 besser?
Zu erst grundlegendes zur Profi Blinker Jig-Methode:
Vorneweg: Am besten sieht man diese Art des Gummifisch-Führen auf einer der Profiblinker DVD's, die sehr günstig im Handel zu bekommen sind. Trotzdem versuche ich mal kurz erläutern wie sie funktioniert.
Man wirft seinen Gummifisch aus. Kurz bevor er auf der Wasseroberfläche auf trifft stoppt man sanft, mit den Hand an der Spule, den Ablauf der Schnur. Damit verhindert man gleich zu Beginn einen Schnurbogen. Man klappt den Bügel zu und richtet die Rutenspitze in einer Flucht zur Schnur bzw. zum Gummifisch aus (ca. 8-9 Uhr Stellung). Nun lässt man den Gummifisch an gespannter Leine absinken bis er am Grund angekommen ist. Dies spürt man erstens durch einen kurzen Tock im Rutenblank und gleichzeitig erschlafft die Schnur.
Voraussetzung hierfür ist unteranderem auch:
1. Harte Rute
2. Geflochtene Schnur
3. Zeigefinger auf den Blank bzw. alternativ den Blank mit Zeigefinger und Daumen umfassen
4. Schnur zwischen den Ring- und kleinen Finger laufen lassen
Ist der Gewässergrund schlammig oder die Rute zu weich spürt man den Aufschlag kaum bis gar nicht. Während der ersten Absinkphase sollte man aber schon gewappnet sein, um gegebenenfalls einen Anschlag setzten zu können, sofern der erste Fisch sich den Gummifisch schnappt. Das merkt man in der Regel an einem oder mehreren kurzen Tocks/Zupfern oder aber daran dass der Gummifisch erst gar nicht den Grund erreicht, sondern vorher schon die Schnur erschlafft.
Nachdem nun der Gummifisch den Grund erreicht hat, heben wir in einer zügig und gleichmäßig durchgeführten Bewegung die Rute bis ca. 11 Uhr an. Der Gummifisch hebt vom Grund ab und bewegt sich dabei ca. 50-100 cm in Richtung Angler. Während anschließend die Rute wieder in eine 8-9 Uhr Stellung gebracht wird, kurbeln wir zeitgleich die lose Schnur ein. Die folgend entstehende Absinkphase ist der Moment in denen die meisten Bisse kommen werden.
Nochmals zusammengefasst:
- Gummifisch auswerfen
- Schnur abbremsen
- Bügel zu
- Rute auf 8-9 Uhr Stellung
- Hand an den oberen Rutengriff, Zeigefinger auf den Blank / alternativ Blank mit Zeigefinger und Daumen umfassen, Schnur zwischen den Ring- und kleinen Finger laufen lassen
- Ist der Gummifisch am Grund angekommen, Rute auf 11 Uhr anheben und zurück auf 8-9 Uhr führen zeitgleich Schnur einkurben.
- Warten bis der Gummifisch wieder am Grund ist, dann Rute auf 11 Uhr anheben und zurück auf 8-9 Uhr führen, zeitgleich Schnur einkurben.
usw……
Nun zur Faulenzer Methode:
Diese eigentlich recht simple Methode, ist eine Abwandlung des holländischen vertical-jigging.
Hierfür wirft man seinen Gummifisch ebenfalls aus, bremst ihn vor dem Auftreffen auf der Wasseroberfläche ab und lässt ihn auch hier bei geschlossenem Bügel an gestraffter Leine absinken. Die Rute befindet sich wieder in einer Flucht mit dem Gummifisch (ca. 8-9 Uhr). Der Aufschlag des Jigkopfes auf dem Grund merkt man ebenfalls durch ein Tock oder durch erschlaffen der Schnur. Am Grund angekommen, lässt man seinen Gummifisch anstatt über die Rute, über die Kurbel aufsteigen. Dies geschieht durch einfache 1-3 kurze oder langsame (je nach Beisverhalten und Rollenübersetzung) Kurbelbewegungen mit der Rolle.
Vorteil der Methode ist, dass auch ein Anfänger zu keiner Zeit den Kontakt zum Gummifisch verlieren kann.
In meinen Augen trotzdem unumgänglich ist: eine harte Rute, die Schnur durch die Finger laufen lassen und den Zeigefinger auf dem Blank zu haben (alternativ den Blank mit Zeigefinger und Daumen umfassen).
Was war 2007 am Rhein erfolgreicher:
Ab Mitte Mai als die Raufischschonzeit zu Ende war, standen die Zander im Rhein, trotz der 2007 außergewöhnlich frühen sommerlichen Temperaturen, noch auf langsam geführte Gummifische. Ich habe zum Teil in Zeitlupe mit der Faulenzer Technik gefischt und die Zander standen darauf. Man muss bedenken dass im Rhein, bei dem starkem Strömungsdruck in welchem ich in der Regel fische, schon die kleinste Bewegung den Gummifisch zum abheben bringt. In der Zeit konnte ich sogar mit der Faulenzer Methode meinen ersten nicht verwandelten Welsbiss verzeichnen.
Mit zunehmender Wassertemperatur bemerkte man dann aber deutlich die gesteigerte Aktivität der Fische. Sie standen auf aggressiver präsentierte Gummifische. Es kamen ab da also mehr Bisse mit der Profiblinker Methode, welche aufgrund dessen dann von mir auch zu 90% den ganzen Sommer lang angewandt wurde.
In der heißen Phase im Herbst, die bei uns 2007, “leider“ nur 2-3 Wochen anhielt, war es glaube ich egal wie man seinen Gummifisch führte. Zu der Zeit nahmen sie alles was ihnen vor das Maul kam. Irgendwie war ich aber auch froh dass die hieße Phase nur 2-3 Wochen ging, den sonst hätten die Kochtopfangler es zu lange, zu einfach gehabt, den eh schon geringen Bestand bei uns, schmerzlich zu dezimieren. Diese Aufgabe übernimmt jetzt im Winter dafür wieder der Kormoran in der Regio -> ist aber ein anderes Thema…
Fazit:
Beide Methoden haben wie erwartet ihre "Daseinsberechtigung". Je nach Situation und in Kombination mit dem persönlichen Führungstil eines Gummifisches, fängt die eine oder andere Methode besser.
Ich jedenfalls werde in Zukunft wohl nur noch die Profiblinker Jigmethode anwenden, denn mit ein bisschen Übung lässt sich auch mit dieser Mehtode der Gummifisch, ähnlich wie bei der Faulenzer-Methode, kontrolliert, langsam und ruhig führen.
Welche zusätzlichen Auswirkungen No-Action, Slow-Action und aktionsreiche Gummifische auf die Methoden haben und wie man im Hochsommer, tagsüber bei brütender Hitze und Sonnenschein seine Zander fängt, dazu in einem anderen Artikel mehr.
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