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Rutenbau - The first Lady
Geschrieben von Felix   
Samstag, 1. Januar 2011
Hallo zusammen,

also erstes mal allen Breisgau Anglern ein gutes Neues.

Schon ettliche Jahre habe ich immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, mir mal eine Rute selbst auf zu bauen. Und nun war es endlich soweit. Motiviert durch die zwei wirklich gelungenen Projekte von Danny und durch die kalte Jahreszeit, bei der man eh nicht so oft fischen geht, konnte ich mich endlich auch zu meinem Vorhaben durchringen.
Ich nehms mal vorne weg, es ist geil geworden und hat sau Spaß gemacht. Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man fast nicht aufhören bis das gute Stück dann fertig ist.


Im Gegensatz zu den Ruten von Danny habe ich mich entschieden eine Casting Rute auf zu bauen. @ Norbert, diesmal sind die Ringe auf der richtigen Seite und der Triggergriff ist mit bei :-)
Der Bausatz kommt vom Rutenbau Hellbrück. Ich habe mich nach telefonischer Rücksprache dann für den "Vertikal-Bausatz" entschieden, nur halt eben in abgewandelter Form mit entsprechendem Griff und mehr ringen für eine Casting Version. Ich wollte eh wieder eine Ruten zum Vertikalfischen haben und da der Blank nach Beschreibung und auch nach telefonischer Auskunft sehr schnell sein soll und eher ein "fast tapper" mit starkem Rückrat haben sollte, war die Idee die Rute bei Eignung auch zum Jiggen zu missbrauchen. 

HIer nun der ganze Bausatz. Mit drauf ist halt noch der Garn für die Zierbindungen. An dieser Stelle gleich mal einen Dank an Danny für die bereitstellung einiger anderer Utensilien.

Um die für mich optimale Grifflänge herrauszufinden habe ich die Griffkomponenten vorab mal zusammengesteckt. Im großen und ganzen habe ich micht eigentlich an den Vorschlag vom Rutenbau Hellbrück gehalten. Der Griff hat nun 25cm von Griffende bis Rollenhalteranfang. Ich mag den Griff lieber ein wenig kürzer, ich finde es lässt sich damit einfach besser fischen. Was mir beim Probeaufbau auffällt, ist dass der Duplon griff mit dem Rollenhalter nicht bündig abschließt. Hier habe ich mir dann eine Lösung einfallen lassen, aber dazu gleich mehr.

So sieht das ganze dann mit profisorisch angeflicken Ringen und ner Rolle aus. Ich war am Anfang etwas skeptisch, was die Ringe angeht, weil es nicht die üblichen Lowrider Ringe waren, oder wie man die halt nennt. Es waren Ringe, die hallt ein klein wenig mehr von Blank abstehen. Nach den Probeaufbau fand ich das aber gar nicht mehr schlimm. Hat alles einen stimmigen Eindruck gemacht. Ich habe mich bei der Beringung für eine 10+1 Beringung entschieden, da der Blank fast 2m hatte. Und mehr Ringe, heißt ja auch, dass die Schnur bei Belastung der Ruten besser vom Blank wegkommt. 

Beim Griff habe ich mir die Abschlusskappe einfach mal so mitbestellt, ich war mir vorher noch nicht ganz sicher ob ich sie auch montiere. Beim Probeaufbau stellt sich dann herraus, dass die Rute mit der Abschlusskappe perfekt ausbalanciert ist.
Also drann mit :-)

Dann gings ans eingemacht. Als erstes mal musste der Springerpunkt ermittelt werden. Ich hatte von diesem vorher nur gehört und wusste nicht richtig, was der Blank da genau machen soll. Aber tatsächlich, wenn man bei leichter Biegung den Blank ein wenig dreht, dann springt er an einer, oder auch mehreren, Stellen in eine Position, wo er stehen bleiben will. 

Dann gins mit dem Griff los mit dem Zusammenbau

und weiter gings. Aber die Tolle Idee mit dem Abkleben des Griffs mache ich das nächste mal nicht mehr. Bei mir hat das nur dazu geführt, dass der Kleber unter das Klebeband gekrochen ist, ohne dass ich es gemerkt habe. Hat sich später zwar wieder korrigieren lassen, muss aber nicht unbedingt sein. Später habe ich dann nicht mehr abgeklebt und einfach überschüssigen Kleber abgewischt. Ging einwandfrei.

Hier war ich dann schon etwas weiter und habe bereits die ersten Zierwicklungen an den Winding Checks gemacht. Jaja diese Bindungen. Ist ein bissle Übungssache bis die mal so wollen wie sie sollen, auch bei den Ringen. Manchmal habe ich echt geflucht, wenn eigentlich alles gewickelt war und dann bei der letzten Korrektur die Bindung wieder aufging. 

Nach dem Griff waren dann die Ringe dran. Die Ausrichtung der Ringe mit Klebeband erfordert etwas Geduld, wie auch dann die Bindung. Ist der Ring nicht richtig flach am Wicklungsanfang, rutscht er nach vorne weg, wenn man den Garn straff anwickelt. Mit ein wenig Übung klappt das aber dann so nach der gefühlt hunderdsten Wicklung. 

So sieht das dann fertig aus. 

Hier dann die Wicklung beim Leitring. Hier habe ich dann unterschiedliche Zierwicklungen gemacht, wie auch beim Griff. Sieht echt cool aus. Ist aber ja Geschmackssache.

Hier dann teilweise schon mit Bindungslack. Auch das Lackieren der Ringe erfordert etwas Übung. Manche Ringe habe ich vier oder fünf mal Lackiert, bis ich zufrieden war. Ein guter Tipp ist, den Lack vorher etwas an zu wärmen. Dann verteilt er sich besser auf dem Blank und es gibt keine Wellen. Abhilfe kann in bereits lackiertem Zusand auch ein Feuerzeug sein. Aber Vorsicht, sonst gibt es Blasen und dann heißt es "und noch mal von vorne" :-)

HIer dann einmal fertig Lackiert. Die weißen Streifen der linken Bindung sind nur Lichtreflexe vom Fotografieren. 

Und hier ist das gute Stück fertig. Alle Ringe lackiert und auch einen Namen hat die Rute erhalten. Man kann hier auch ganz gut meine Lösung für das Anfangs erwähnte Griffproblem erkennen. Ich wollte eigentlich eine Stück Alu abdrehen lassen, aber die Schlosserei meines Vertrauens hatte da schon Weihnachtsferien und ich wollte nicht warten. Also habe ich mir von einer alten Rute ein Stück von Kork abgeschnitten, es zwischen die beiden Teile mit ein geklebt und dann ganz zum Schluss mit Feile und Schmiergelpapier in Form gebracht. Mir gefällts echt gut, passt irgendwie ein wenig zu dem ganzen Gold der Zierwicklungen und auch zum Gold der Rolle.

Gestern gings dann kurz ans Wasser um mal ein paar Probewürfe zu machen. Alle Lackierungen hatten nun einige Tage Zeit aus zu härten. Ich bin sehr zufrieden. Als Jigge eignet sich die Rute so bis 10g Köpfe mit 10er bis 12er Gummi. Vertikal dann eben auch in die Richtung, vielleicht ein wenig mehr. Die Rute läd sich beim Werfen schön auf und ist schön schnell.
Die Bedingungen zum ausgiebigen Testen waren noch nicht so optimal. Kalt, nass und windig. Nach fünf, sechs Würfen habe ich es dann wieder sein lasse. 

Ich hab mir zum Probewerfen noch fachmännische Unterstützung mit genommen. Rute scheint zu gefallen und überzeugt sogar das weiblich Klientel  :-)
Also insgesamt macht die Rute einen sehr guten eindruck. Der Profi oder Kritiker sieht bestimmt, dass es meine erste Rute war, aber ich habe mir auf jeden Fall vor genommen, einige Fehler beim nächsten mal nicht mehr zu machen.
Ich hoffe auch auf möglichst baldige Drillerfahrung mit ihr. Bin mal gespannt, wie sich die Rute macht, wenn mal ein ordentlicher Fisch einsteigt.

Petri.


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 2. Januar 2011 )
 

Comments 

  1. #11 Patrick G.
    2011-01-0616:05:25 Da gebe ich dir recht ! ;-)
  2. #10 Felix
    2011-01-0615:52:37 Also ich bin mir sicher, sie ist nicht besser als eine gekaufte Rute mit gleichwertigen Komponenten. Ich bin aber der Meinung eine gekaufte Rute mit gleichwertigen Komponenten ist wesentlich teurer, wenn man die Arbeitszeit beim Selbstbau nicht mitrechnet.
    Aber was soll die Rechnerei. Zum einen hat außer mir keiner die gleiche Rute. Und zum anderen ist das irgendwie ein gutes Gefühl, wenn man eine Rute selber baut und sie dann auch noch ganz gut gelungen ist. "Der Weg ist das Ziel" passt auch irgendwie zum Rutenbau. Ich bin schon wieder heiß auf ein neues Projekt.
  3. #9 Patrick G.
    2011-01-0614:51:55 Was ist an einer sebst gebauten besser ? die Zusammenstellung der Komponenten oder die Handarbeit ?? oder ist es das Gefühl es selbst gebaut zu haben ? Ergo: Hat es beim Fischen entscheidende vorteile ? ( Anfänger ;-) )
  4. #8 Len
    2011-01-0614:25:58 Die ist gut gelungen!
    Die Wicklungen und die Ringjustierung… ein Kapitel für sich.
    Ob sich das rechnet?
    Welches Hobby rechnet sich?
    Wenn ich günstig Fisch haben möchte, dann gehe ich besser nicht angeln, sondern zum Fischhändler.
    Wenn ich eine selbstgebaute Rute haben möchte, dann muss ich auch selbst bauen ;)
    Bei meiner umgebauten Germina haben Ringe und Rollenhalter mehr als das zehnfache dessen gekostet was ich für die Rute gezahlt habe. Und es hat sich definitiv gelohnt.
  5. #7 Patrick G.
    2011-01-0608:36:53 Schönes Teil ! Genialer Bericht !! Rechnet sich sowas ?? Was kostet so ein " Bausatz " ?? Gruss Patrick
  6. #6 Markus
    2011-01-0317:30:59 Gratuliere,echt schönes Teil und toller Bericht,wünsche Dir viel Spass damit.
  7. #5 Norbert
    2011-01-0312:24:22 Danke für die Info.
  8. #4 Felix
    2011-01-0311:09:01 @Norbert
    Nach dem ersten Probefischen scheint das mit den Ringen kein Problemzu sein. Ich hab die Rute mal ein wenig belastet und es scheint zu gehen. Der Langzeittest wird es aber zeigen.
    Ja genau, die Auflagen sind die von Danny.
  9. #3 Norbert
    2011-01-0307:49:27 Nicht schlecht für ein Erstlingswerk, Respekt.
    Funzt das mit den Spinning-Rutenringen? Hätte ich mich nicht getraut :)
    Hast du dir die "Bindestation" selbst gebaut oder ist das die vom Daniel?
  10. #2 Oli F.
    2011-01-0212:34:54 Klasse Bericht! Aber deiner Tochter musst du noch zeigen wie man eine Baitcast Rute hält ;-)
  11. #1 Daniel B.
    2011-01-0209:17:48 Ein toller Bericht Felix. Danke! Die Rute sieht echt klasse aus, sauber gearbeitet. Wünsche Dir viele spannende Drills mit ihr!

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